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Kraft-Wärme-Kopplung

Unter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sind Anlagen zu verstehen, die gleichzeitig Wärme und mechanische Energie erzeugen. Während in einem konventionellen Kraftwerk mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie im Brennstoff, über die Kühltürme verloren geht, kann bei der KWK bis zu 90 % der Brennstoffenergie genutzt werden. Die mechanische Energie wird meist dazu genutzt, einen Generator anzutreiben, der Strom erzeugt. Die anfallende Wärme kann beispielsweise als Prozesswärme in der Industrie oder zur Warmwasserbereitstellung dienen.

Im Bereich der Warmwasserversorgung kommen häufig Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Verbrennungsmotoren zum Einsatz, die im Vergleich zu anderen Technologien bereits im kleinen Leistungsbereich über vergleichsweise hohe elektrische Wirkungsgrade verfügen und die wärmeseitig direkt an das Warmwassersystem angeschlossen werden können.

Die mit dem Einsatz der KWK verbundene und fast vollständige Ausnutzung der eingesetzten Energie (= hohe Energieeffizienz) war maßgebend diese Technologie in das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) der Bundesregierung im Jahr 2007 einzubeziehen und durch die Novellierung des Gesetzes für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung im Jahr 2009 weiter zu fördern. Die Abnahme und die Vergütung für Strom aus KWK-Anlagen werden ab dem 01.01.2009 durch das überarbeitete Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (kurz: KWK-Gesetz) geregelt. Ziel des Gesetzgebers ist es, den Anteil an der Stromerzeugung aus KWK-Anlagen auf 25 % zu erhöhen, um im Interesse der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung einen wesentlichen Beitrag zu leisten.

Wesentliche Verbesserungen für KWK gegenüber dem Gesetz vom 01.04.2002 ergeben sich durch die neue Vergütung auch für nicht in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeistem KWK-Stroms. Die Vorteile bei der Energie- und Stromsteuer bleiben bestehen.

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich die hessenENERGIE mit dem Einsatz kleiner BHKW-Anlagen:

Als erste Richtwerte für den Bedarf, bei dem sich ein BHKW-Einsatz lohnt, kann eine Jahreswärmemenge von mindestens 120.000 Kilowattstunden sowie ein jährlicher Stromverbrauch von etwa 40.000 Kilowattstunden dienen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass ein BHKW diese Energien in einem festen Verhältnis von etwa zwei Teilen Wärme zu einem Teil Strom erzeugt. Die thermische Leistung des Klein-BHKW sollte in der Regel 10 bis 15 % der benötigten Wärmeleistung des zu versorgenden Objektes betragen, damit eine hohe Laufzeit (mehr als 5.000 Stunden im Jahr) erreicht werden kann.

Als Objekte für den Einsatz von Klein-BHKW kommen zum Beispiel in Betracht:

  • - Hotels und Gaststätten
  • - Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser
  • - Sportstätten und Schulen mit Sporteinrichtungen
  • - Gewerbebetriebe und Supermärkte
  • - Verwaltungsgebäude

Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen eignen sich insbesondere dann, wenn der Warmwasserbedarf über ein Zentralheizungssystem gedeckt wird und wenn der erzeugte Strom im Objekt genutzt werden kann und somit Strombezug aus dem Netz ersetzt. Im einfachsten Fall wird das BHKW neben den Heizkessel gestellt. Die Einbindung in die Heizung wird so ausgeführt, dass bei Bedarf ein Betrieb wie bisher, also ohne das BHKW, möglich ist. Ein Klein-BHKW kann nicht nur in Neubauten sondern auch in das bestehende Heizungssystem von vorhandenen Gebäuden eingebunden werden.

Potenziellen Investoren bietet die hessenENERGIE im Auftrag des Landes Hessen eine kostenfreie Kurzberatung in Form eines Objekt-Checks an.